11.07.2025 08:00
Dänikon weiht neue Asylunterkunft ein
Am vergangenen Samstag feierte die Gemeinde Dänikon die Einweihung der neuen Asylunterkunft und begrüsste seine Neuzuzüger. Es war ein Begegnungstag, an dem Einheimische, Neuzuzüger und Asylsuchende miteinander ins Gespräch kamen.
Dänikon. Zwischen dem Grillstand und heiterem Kinderlachen auf der Hüpfburg drängten sich am vergangenen Samstag immer wieder kleine Gruppen vor den geöffneten Wohnungstüren an der Langwiesenstrasse 60 unterhalb des Werkhofes Häglerbach in Dänikon. Die Türen der neuen Asylunterkunft standen an diesem Tag nämlich offen – nicht nur physisch, sondern auch im übertragenen Sinne. Drinnen zeigten Bewohner ihre Wohnräume, draussen standen sie mit Einheimischen und Neuzugezogenen zusammen bei Speis, Trank und schönstem Wetter und tauschten sich aus.
«Einige Bewohner haben sich grosszügig dazu bereit erklärt, dass wir zur Besichtigung in ihre Wohnungen gehen können», sagte Gemeindepräsident José Torche zufrieden. Der Anlass vereinte gleich zwei Gelegenheiten: die Einweihung der neuen Asylunterkunft sowie den alle drei Jahre stattfindenden Neuzuzügeranlass der Gemeinde. «Wir versuchen immer, diesen mit einem spannenden Thema zu verbinden – heute mit der Einweihung der neuen Asylunterkunft», erklärte Torche.
Die neue Unterkunft ersetzt eine Containerlösung, die Gemeinderat Christian Lucek rückblickend als «unterhaltstechnisch einen Albtraum» bezeichnete. «Diese Container waren bei uns nie eine definitive Lösung. Die Energiekosten waren unverhältnismässig hoch», erklärte Lucek. Der Entscheid für den Neubau sei daher keine Reaktion auf steigende Asylzahlen, sondern eine logische Konsequenz aus den Erfahrungen der letzten Jahre gewesen.
Entstanden ist ein moderner Holzbau aus vorgefertigten Elementen. Er bietet nicht nur eine bessere Wohnqualität und Hygiene, sondern ist auch energetisch effizienter. Die Bauarbeiten seien, so Lucek, «mit den üblichen kleineren Herausforderungen» verlaufen, konnten aber fristgerecht abgeschlossen werden. Die Endabrechnung stehe kurz vor ihrem Abschluss und würde etwas über dem Baukredit, aber trotzdem noch unterhalb der Zwei-Millionen-Grenze liegen.
Die neue Unterkunft bietet derzeit 22 Personen in sechs Wohnungen ein Zuhause, Kapazität hätte man für 24 Personen. Ursprünglich seien nur fünf Wohnungen vorgesehen gewesen, erklärt Karin Müller, Leiterin der Sozialabteilung der Gemeinde Dänikon: «Wir haben einen speziellen Fall, der eine Einzelwohnung benötigt. Deshalb wurde eine sechste Wohnung eingerichtet.» Zusätzlich gibt es ein Büro für die Asylbetreuung sowie einen Gemeinschaftswaschraum.
Ein Bewohner der Unterkunft beschreibt seine Wohnsituation so: «Die Wohnungen sind schön. Sie sind hell und modern eingerichtet. Pro Wohnung können bis zu vier Personen leben.»
Mut zur Begegnung
Dass Integration mehr bedeutet als Wohnraum, machte Gemeindeschreiber Lukas Kalberer in der Rede von Gemeinderätin Melanie Körtner deutlich. Im Namen der Gemeinderätin, welche kurzfristig ausgefallen ist, stellte er den Leiter des Asylwesens, Hasan Erdogan, sowie die Sozialarbeiterin der Gemeinde Regensdorf, Joanna Farina, vor, die für die Betreuung der aktuell 22 Asylsuchenden in Dänikon zuständig ist. «Unser Ziel ist, diese Personen gut in die Schweiz zu integrieren, damit sie schnell selbstständig und unabhängig sind.» Dazu gehören nicht nur Deutschkurse, sondern auch Unterstützung bei der Lehrstellen-, Job- und Ausbildungssuche.
Betont wurde auch das ehrenamtlich organisierte Sprach-Kaffi, das jeweils am letzten Donnerstag des Monats stattfindet. Dort werden neben Sprachkenntnissen auch kulturelle Themen spielerisch vermittelt und den Asylsuchenden die Schweiz nähergebracht. Zusätzlich bietet eine Lehrerin ergänzenden Unterricht an, der stärker auf individuelle Bedürfnisse eingehen kann.
Neben den offiziellen Reden war es vor allem der persönliche Austausch, der den Tag prägte. Bewohner der Asylunterkunft erzählten offen von ihrer Herkunft, ihrer aktuellen Situation und ihrem Alltag – vom Einkaufen, Arbeiten bis zur Freizeitgestaltung. Die Atmosphäre war geprägt von gegenseitigem Respekt und echter Neugier.
«Einige der Asylsuchenden sind heute hier und freuen sich auf Gespräche mit Ihnen», sagte Kalberer zu Beginn. Am Ende des Tages sind viele dieser Gespräche geführt worden. Mit diesem Begegnungstag hat Dänikon also nicht nur ein neues Gebäude eingeweiht, sondern auch einen symbolischen Schritt gemacht: weg von Berührungsängsten, hin zu echter Teilhabe.
Janik Schmid