Für Heiterkeit ist bei «Charlys Tante» auf alle Fälle gesorgt. Bild: sj
23.01.2026 08:00
Die Theater-Büüni Taninchova feiert mit «Charlys Tante» ihr Jubiläum
Seit 30 Jahren sorgt die Theater-Büüni Taninchova für beste Unterhaltung. Dieses Jahr lädt sie zu «Charlys Tante» ein – pures Theatervergnügung inklusive Verirrungen und Verwirrungen erwartet das Publikum.
Dänikon. Sie feilt und schleift an ihren Darstellerinnen und Darstellern. Handlungen, Gesten und Emotionen werden hinterfragt. Szenen werden immer wieder wiederholt, bis diese so sitzen, wie es die Regisseurin Kerstin Schult gerne sehen würde. So entsteht aus einzelnen Sequenzen ein Ganzes, welches sich perfekt in einander fügt und das Publikum auf eine rasante Theaterreise mitnimmt. Und rasant wird das diesjährige Stück der Theater-Büüni Taninchova Dänikon auf alle Fälle.
Die Regisseurin Kerstin Schult, welche in diesem Jahr zum ersten Mal die Fäden bei «Taninchova» in der Hand hat, verlangt den Spielerinnen und Spielern einiges ab. Die Diplomschauspielerin, welche über langjährige Erfahrung verfügt, überlässt nichts dem Zufall, zeigt sich als wahrer Detailfuchs. «Zeigt Emotionen und Spiellust», muntert sie die Truppe immer wieder auf. Emotionen seien extrem wichtig, noch vor dem wortgetreuen Text, schmunzelt Schult. Und apropos Text, dieser soll nicht einfach auswendig gelernt und aufgesagt werden, sondern Spiel und Text sollen natürlich rüberkommen. «Fühlt und spürt es», so Schult.
Spüren und fühlen sollen die Mitwirkenden diese Saison «Charlys Tante», ein Schwank in zwei Akten. Das Stück ist keine einfache Aufgabe für ein Amateurtheater, dessen ist sich Kerstin Schult bewusst, aber überzeugt, «wir schaffen das.» Eine anspruchsvolle Aufführung, reich an Slapstick, was präzises Timing voraussetzt, um das Publikum keinen Augenblick aus dem Geschehen zu verlieren.
An der Probe, welche der «Furttaler» besucht, klappt noch nicht alles, einige Szenen sind noch etwas holperig, die Darstellenden werden aber von der Regisseurin immer wieder ermuntert und angespornt, sich die Situation doch im wahren Leben vorzustellen und diese auch auf der Bühne so rüberzubringen. Immer wieder greift sie ins Geschehen ein und zeigt vor, wie sie sich die Szenen vorstellt, was auch immer wieder für viel Gelächter bei allen sorgt. Und wenn diese Fröhlichkeit bei den Vorstellungen dann ebenfalls mitschwingt, dann haben alle alles richtig gemacht.
Bis zur Premiere Ende Februar wird noch intensiv geprobt, bevor es im Anna Stüssi Haus in Dänikon heisst, «Vorhang auf für ‘Charlys Tante’». Die acht Spielerinnen und Spieler, welche ihre Rollen jeweils von der Regisseurin zugewiesen bekommen haben, was sie intuitiv gemacht habe, werden dann dem Publikum ein Lachtheater vom Feinsten präsentieren. Verwechslungen und Missverständnisse gibt es in «Charlys Tante» zur Genüge und diese führen die Beteiligten beinahe an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.
Denn wenn Charly, Sonja und Göpf die Villa von Tante Rösli im Tessin als Feriendomizil nutzen dürfen, solange diese auf Kreuzfahrt ist und schon bei Ankunft bei der anwesenden Signora Fumagalli für Aufregung sorgen, ist der Auftakt zu vielen Turbulenzen bereits gemacht. Als dann auch noch Sonjas Onkel Robi auftaucht, welcher nicht wissen soll, dass die Tante gar nicht da ist, und Göpf kurzerhand in die Rolle und die Kleider der Tante schlüpfen muss, ist das Durcheinander nicht mehr aufzuhalten. Denn Onkel Robi ist von der «falschen» Tante sehr angetan, was die Anwesenden zwingt, tief in die Trickkiste zu greifen. Und Göpf möchte ja eigentlich die anwesende Inge besser kennenlernen, aber auffliegen darf das ganze Konstrukt eben doch nicht. Und dann bricht die richtige Tante auch noch vorzeitig ihre Kreuzfahrt ab, was wiederum in der Villa für noch mehr Aufregung sorgt. Ob und wie die Wogen geglättet werden und das Chaosschiff wieder in ruhige Gewässer einlaufen kann, dass sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Wer nun neugierig ist und einen abwechslungsreichen und rasanten Theaterabend erleben will, der sollte sich das Stück zum 30-Jahr-Jubiläum der Theater-Büüni Taninchova nicht entgehen lassen. Am 28. Februar ist Premiere, ab Montag, 2. Februar, 8 Uhr, ist der Ticketverkauf eröffnet (weitere Informationen unter www.taninchova.ch). Am 28. März ist die Derniere.
Judith Sacchi