Schwimmbad in Regensdorf - die Bevölkerung darf mitreden
Regensdorf braucht ein neues Schwimmbad - das ist unbestritten. Der Gemeinderat möchte wissen, was sich denn die Bevölkerung für ein kühles Nass wünscht.
Grosse Träume sind erlaubt, doch es stellt sich die Frage, was wirklich umsetzbar ist und den finanziellen Erwartungen der Wähler entspricht. Bild: KI generiert
Regensdorf braucht ein neues Schwimmbad - das ist unbestritten. Der Gemeinderat möchte wissen, was sich denn die Bevölkerung für ein kühles Nass wünscht.
Regensdorf. «Das Schwimmbad in Regensdorf bietet Erholung, Bewegung und Spass für die ganze Familie. In angenehmer Atmosphäre können Besucherinnen und Besucher ihre Bahnen ziehen, sich im Wasser entspannen oder an warmen Tagen die Zeit im Freien geniessen. Das Bad ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und lädt dazu ein, dem Alltag für einen Moment zu entfliehen. Ob sportliches Schwimmen, gemütliches Planschen oder einfach Abschalten am Beckenrand – das Schwimmbad Regensdorf steht für Freizeit, Gesundheit und Lebensqualität.»
So oder ähnlich könnte es in einigen Jahren auf der Homepage der Gemeinde Regensdorf zu lesen sein. Aber bis es soweit ist, müssen noch viele Fragen geklärt und viele Zahlen gewälzt werden.
Fix entschieden ist bis jetzt einfach mal der Standort, wie Bruno Weder bestätigt. Das Bad wird im Wisacher gebaut werden, da der Standort für die meisten Schulen und die Bevölkerung zentral gelegen ist. Fakt ist auch, dass die Gemeinde ein neues Hallenbad benötigt, um die Bedürfnisse der Primarschule (Schwimmunterricht) und des Vereinssportes abdecken zu können. Ob klein und fein, grösser oder gar pompös, das steht noch alles in den Sternen. Dass es aber etwas sein soll, dass hat die Bevölkerung mittels einer Petition bereits kundgetan.
Momentan steht im Wisacher rund 20 000 m² Land dafür zur Verfügung, das reiche für ein Hallenbad mit einer kleinen Aussenfläche, meint Gemeindepräsident Stefan Marty. Sollte mehr Land dafür benötigt werden, muss eine Umzonung stattfinden. Die laufende BZO-Revision sieht für das Sportareal Wisacher eine Einzonung von 50 000 m² vor. Je nach Flächenbedarf des Schwimmbades, kann die Realisierung etwas länger dauern. Es werden sicherlich einige Jahre ins Land ziehen, bis die Regensdorfer den Sprung in ihr eigenes Schwimmbad wagen können.
Marty weiss, dass 1962 eigentlich sogar einem Freibad nichts im Wege gestanden hätte, dieses sollte in der Altburg realisiert werden und war vom Souverän als gut befunden worden. Warum das Vorhaben nicht realisiert wurde, dass entziehe sich seiner Kenntnis, so Marty. Rund zwölf Jahre später nahm man den nächsten Anlauf in der Leematten. Dieses Vorhaben wurde abgelehnt. Nun soll das Vorhaben aber endgültig an die Hand genommen, vorangetrieben und umgesetzt werden. Ausschlaggebend dafür war die Tatsache, dass das Lehrschwimmbecken im Ruggenacher den heutigen Anforderungen in keiner Weise mehr genügt. «Wir haben uns dann überlegt, ob es denn nicht sinnvoll wäre, ein Schwimmbad zu bauen, welches der ganzen Bevölkerung das ganze Jahr über zur Verfügung steht.»
Schwimmbad ist jedoch nicht gleich Schwimmbad. Es gibt eine grosse Bandbreite an Ausführungen. Neben dem eigentlichen Schwimmbecken kann ein Hallenbad zum Beispiel noch über einen Sprungturm mit Becken oder Rutschbahnen verfügen. Auch Wellness-Angebote wie Sauna oder Sprudelbad sind denkbar. Zudem kann ein Hallenbad um ein Freibad erweitert werden. Im Aussenbereich sind dann ebenso wie im Innenbereich verschiedene Angebote möglich.
Zusammengefasst, das neue Schwimmbad für Regensdorf kann vom einfachen Ausbau bis hin zur Luxusausführung gebaut werden. Bereits einfach kostet es rund 20 bis 30 Millionen, nach oben ist der Betrag je nach Ausbau offen. Zudem ist ein jährliches Betriebsdefizit zu erwarten. Abhängig vom Ausbau geht die Gemeinde von einer jährlichen finanziellen Belastung von einer bis fünf Millionen Franken aus. In Steuerprozenten ausgedrückt, so Marty, sind das 1 bis 6 Prozent.
Der Gemeinderat möchte nun die Bevölkerung zu Wort kommen lassen, fügt aber an, dass man realistische Wünsche ins Auge fassen müsse und sich nicht Träumereien, welche nicht finanzierbar sind, hingeben soll. Mit einem Mitwirkungsverfahren, welches heute startet, gibt die Gemeinde Regensdorf der Bevölkerung nun die Möglichkeit, sich gleich zu Beginn des Projekts in den politischen Prozess einzubringen.
Die nächsten vier Wochen wird die Gemeinde die Antworten auf die Frage «wenn Sie als Einwohnerin oder Einwohner von Regensdorf sich ein Schwimmbad wünschen könnten, wie würde dieses aussehen?» sammeln. Im Nachgang zum Mitwirkungsverfahren wird die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie durchführen. Dann definiert der Gemeinderat den Planungskredit, den er der Gemeindeversammlung zur Genehmigung vorlegen wird. Über das definitive Bauprojekt werden am Ende die Stimmberechtigten in einem Urnengang entscheiden. Ihnen obliegt es, Kosten und Nutzen abzuwägen und dem vorgeschlagenen Projekt zuzustimmen oder es abzulehnen. Der Urnengang ist im Jahr 2029 geplant.
Und was, wenn sich die Bevölkerung nicht einigen kann und alles ablehnt? «In diesem Fall müssen wir die Becken im Ruggenacher einerseits sanieren und andererseits ein zusätzliches Lernschwimmbecken bauen, da führt kein Weg vorbei», so Marty. Und auch dies zieht einiges an Kosten nach sich.
Dass dies der Fall sein wird, davon geht niemand aus, da der Wunsch nach einem Schwimmbad in der Gemeinde doch schon viele Jahre besteht.
Neben Einzelpersonen können auch Vereine, Parteien oder weitere Organisationen zu dieser Frage Stellung nehmen. Das Mitwirkungsverfahren steht allen interessierten Kreisen offen. Rückmeldungen werden schriftlich entgegengenommen, entweder per Post an Gemeinde Regensdorf, Bereich Sport, Watterstrasse 116, 8105 Regensdorf oder per E-Mail an sport@regensdorf.ch. Diese Rückmeldungen werden vertraulich behandelt und aus-schliesslich inhaltlich ausgewertet. Zusätzlich gibt es auf www.smart-regensdorf.ch/badi-regensdorf nach erfolgter Registrierung die Möglichkeit, seine eigenen Ideen zum Schwimmbad öffentlich zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Diese Beiträge fliessen ebenfalls in die Auswertung ein.
Judith Sacchi
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