Grosse Pläne mit kleinen Steinen - Watter Lego-Fan plant ein Museum
Vor Jahren entdeckte Bernhard Keller seine Freude für Legos. Nun möchte er sein Hobby zum Beruf machen - mit einem Lego-Museum.
Mit viel Liebe zum Detail baut der Lego-Fan seine Objekte zusammen. Bild: Judith Sacchi
Vor Jahren entdeckte Bernhard Keller seine Freude für Legos. Nun möchte er sein Hobby zum Beruf machen - mit einem Lego-Museum.
Regensdorf. Alles begann mit einer Lego-Weltraumrakete, ein Geschenk für den damals siebenjährigen Bernhard Keller. «Ich habe wochenlang damit gespielt und war total begeistert davon», erinnert er sich zurück. Das war der Beginn der Faszination für die bunten Bausteine. Heute ist Keller ein «Adult Fan of Lego» («Afol»). Seine Leidenschaft für Lego hat sich der 51-Jährige über all die Jahre erhalten. Einen Gleichgesinnten fand er in der Familie in seinem fast gleichaltrigen Cousin. Beide steckten viel Geld und Zeit in ihr Hobby und so wuchs die Lego-Sammlung über die Jahre immer mehr.
Vom Weltraum hat sich Keller indes verabschiedet, «ich bevorzuge Lego-City», erzählt er im Gespräch in seinem Hobbykeller in Watt. Heisst, Autos, Strassen, Boote und so weiter. Über die Vielfalt, welche Lego heute bietet, staunt selbst der Fachmann leicht, es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Unzählige Sachen hat Bernhard Keller in den letzten Jahren gebaut. Schiffe, Bahnhöfe, Kirchen, Züge und vieles mehr, hat er zusammengebaut.
Dabei gefällt ihm, dass nichts für die Ewigkeit gebaut wird. Die Kreativität, um Dinge einfach wieder umzugestalten, neue Ideen reinzubringen. Es ist nicht geleimt oder genagelt, alles ist variabel. Seine Bahnhöfe, Kirchen oder Schiffe haben alle ein Innenleben, einfach eine Hülle bauen, das möchte er nicht. Übrigens, auch seine beiden Kinder treten in die Fussstapfen des Vaters und begleiten diesen gerne in den Hobbykeller, um ihre eigenen Projekte zu verwirklichen. «Das freut mich sehr, dass die Beiden ebenfalls Freude daran haben», meint er lächelnd.
Um all die Sachen nicht in Schachteln verschwinden zu lassen, möchte er zusammen mit seinem Cousin, welcher in der Region Bern lebt, einen Hobbyraum mit rund 100 m² gestalten. Hier sollen ganze Landschaften zum Leben erweckt werden und die Legos ihren festen Platz haben.
Dieser Hobbyraum hat Bernhard Kellers Fantasie noch mehr beflügelt, und so kam ihm Ende 2024 eine Blitzidee, wie er es nennt. «Ich dachte, ein öffentliches Museum wäre doch toll, damit alle Interessierten Zugang zu den Legowelten erhalten.» Keller fackelte nicht lange und wer heute unter www.bricktorium.ch reinschaut, kann am Vorhaben des Lego-Fans teilhaben. «Wo Lego-Geschichte lebendig wird», ist dort zu lesen und dass dies für ihn nicht nur ein Slogan ist, merkt man im Gespräch schnell. «Ein Museum, welches nicht nur Ausstellungen mit beeindruckenden Modellen und historischen Sets zeigt, sondern auch Raum zum Staunen, Entdecken und Mitmachen bietet», soll es sein.
«Ich möchte auch ein Café integrieren und was mir ganz wichtig ist, eine grosse Bauecke für die Kinder», so Keller.
Und gerne möchte er, dass die Kinder ihre Lego-Bauten auch vor Ort kaufen und mit nach Hause nehmen können. Das Museum soll wenn immer möglich in Regensdorf entstehen, das ist für ihn klar. «Ich brauche dafür rund 600 m², erzählt er und auch, dass es ein Objekt gäbe, welches ihm aber betreffend der Mietkosten noch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet.
Zum Gespräch mit dem «Furttaler» erscheint Bernhard Keller ein wenig zu spät aber mit einem Strahlen im Gesicht, was diesen Umstand schnell wieder vergessen lässt. «Ich habe gerade eben einen weiteren Investor ins Boot holen können.» Somit sei von den 100 000 Franken Startkapital nun über die Hälfte vorhanden. Der Traum vom Museum rückt somit näher. «Gerne möchte ich dieses Jahr noch eröffnen», meint er. Von Mittwoch bis Sonntag soll dieses jeweils offen sein und wenn er 20 000 Besuchende im Jahr begrüssen kann, dann habe er alles richtig gemacht. Wer ihn bei seinem Vorhaben unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.
Und wer weiss, vielleicht steht ein Wunschprojekt von Bernhard Keller bald in seinem Museum. Zwei Berge möchte er bauen, verbunden mit einer Brücke für den Zug, welcher von einem Tunnel in den nächsten fährt. Bach mit Wasserfall, Gebäude auf den Bergen und einiges mehr gehört ebenfalls dazu. Eine riesige Arbeit, hunderte von Baustunden, all das schreckt Keller nicht ab, vor seinem geistigen Auge sieht er bereits das Endresultat.
Geduld und einen langen Atem, das brauche es für grosse Lego-Projekte. Und Keller hofft, dass sich dies auch für seinen grössten Lego-Traum, dem Museum, ausbezahlen wird.
Mehr Informationen unter www.bricktorium.ch
Judith Sacchi
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