Gegen Müll und Gleichgültigkeit: Jugendliche engagieren sich
Regensdorf will mit der Kampagne «#rägi.bliibtsuuber» gezielt gegen Litterung vorgehen. Dabei bekommt die Gemeinde auch Unterstützung von jungen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Victoria, Alain Amstad, Florian Kroneberger und André sorgen für saubere, öffentliche Plätze und wollen alle sensibilisieren, ihren Abfall selber zu entsorgen und somit ihren Teil zur Sauberkeit beizutragen. Bild: sj
Regensdorf will mit der Kampagne «#rägi.bliibtsuuber» gezielt gegen Litterung vorgehen. Dabei bekommt die Gemeinde auch Unterstützung von jungen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Regensdorf. Leere Zigarettenpäckli, Dosen und Flaschen, dies sind nur einige Dinge, welche Menschen nach dem Gebrauch auf öffentlichen Plätzen achtlos liegenlassen. Aufräumen soll dann jemand anders. Diesem Umstand will Regensdorf entgegenwirken mit der No-Littering-Kampagne «#rägi.bliibtsuuber», diese soll sensibilisieren und zum Mitmachen anregen. «Öffentliche Plätze gehören allen», meint Florian Kroneberger, Soziokultur Regensdorf. «Somit sollen sich auch alle daran beteiligen, dass diese sauber bleiben.» Das Ziel ist, nicht mit Vorwürfen zu agieren, sondern zu motivieren. Dies auch in Zusammenarbeit mit Vereinen und Schulen und ebenfalls möchte man an Veranstaltungen das Thema «Littering» einbringen.
Dass sich junge Menschen bereits für dieses Thema einsetzen, das beweisen zwei Schülerinnen und ein Schüler, welche via der Sackgeldjobbörse «Smalljob» der Jugendarbeit Regensdorf für eine wöchentliche Säuberungsaktion auf dem Zentrumsplatz, dem Seilerpark und dem Spielplatz bei der Kirche motiviert werden konnten. Diese drei Orte sind durchaus Littering Hot Spots, wobei der Zäntiplatz die Rangliste klar anführt, wie am letzten Mittwoch vor Ort zu erfahren war. An diesem Nachmittag gab es für die Jugendlichen einen kleinen Einführungskurs in ihre künftigen Abfalltouren, welche sie jeweils am Samstagnachmittag unternehmen werden. «Wir haben junge Leute gesucht, welche zuverlässig sind und sich auch nicht von vielleicht dummen Sprüchen anderer gleich aus der Fassung bringen lassen», meint Florian Kroneberger, welcher den Einsatz der Jugendlichen zusammen mit Alain Amstad vom Werkhof koordiniert.
Für die 14jährige Victoria ist das kein Problem. «Ich bin in Regensdorf aufgewachsen und helfe gerne, wo ich kann», meint sie. Zudem sieht sie ein Engagement für die Umwelt als sehr sinnvoll. Es sei wichtig, dass man die öffentlichen Räume sauber halte und sie weise auch jederzeit ihre Kollegen und Kolleginnen darauf hin, wenn sich diese nicht daran halten. «Aber», fügt sie an, «nicht nur die Jungen machen Dreck», auch die Erwachsenen würden da in nichts nachstehen. Sie sehe auch nicht ein, dass man den Müll einfach liegenlasse, wenn ein Abfalleimer voll sei, «man kann doch einfach zum Nächsten laufen», ist ihre Devise. Und Abfalleimer gibt es in der Gemeinde Regensdorf wahrlich genug - nämlich 235 an der Zahl. Diese seien auch nicht einfach irgendwo aufgestellt, so Alain Amstad, «wir überlegen uns, wo es am meisten Sinn macht, wenn wir Abfalleimer und Robidogs platzieren.» Er weiss aus Erfahrung, dass nun die ersten warmen Tage viel Abfall im öffentlichen Raum bringen werden und kennt auch alle «schlimmen» Ecken in der Gemeinde. Natürlich würde auch die Belebung des Zäntiplatzes zu mehr Abfall führen, ist im bewusst, «aber auch dafür haben wir ein gutes Abfallkonzept erarbeitet.» Wer wolle, könne seinen Abfall überall ordnungsgemäss entsorgen.
Ebenfalls anwesend ist an diesem Mittwochnachmittag André, auch er 14 Jahre alt und motiviert, sich für eine saubere Umgebung einzusetzen. «Ich finde es absolut unnötig, dass man Abfall rumliegen lässt», fasst er zusammen. Man könne seinen Müll ja auch mit nach Hause nehmen, wenn es gerade keine Möglichkeit gäbe, diesen zu entsorgen. So sei er auch erzogen worden, fügt er selbstbewusst an. Nebst dem Einsatz für die Gemeinde, freuen sich die Jugendlichen natürlich auch über das Sackgeld, welches sie dafür erhalten - verdient, meint die Schreibende.
Kein Sackgeld, aber dafür Vorbildfunktion, möchte Florian Kroneberger für die Sauberkeit in Regensdorf haben. «Öffentliche Orte müssen einfach sauber sein.»
Das sieht Alain Amstad auch so, berufsbedingt natürlich sowieso, aber auch er habe das bereits im jungen Alter von den Eltern gelernt, dass man keinen Müll rumliegen lasse.
Leider sehen das nicht alle so und somit sind die Werkhof-Mitarbeiter viel unterwegs, um für Sauberkeit zu sorgen. «Wir machen, was wir können», so Amstad. Den Einsatz der Jugendlichen schätzt er sehr und erklärt ihnen gerne, wie die Tour ablaufen soll. Alle Utensilien, welche sie dafür brauchen, finden sie vor Ort.
Und bereits auf der Einführungstour am Mittwoch letzter Woche ist zu sehen, dass es den jungen Mitstreitern gegen den Abfall an Arbeit nicht fehlen wird.
Judith Sacchi
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